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Was ist ein 30-60-90-Dreieck?
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Halbiert man ein gleichseitiges Dreieck durch eine Höhe, so entsteht
ein Dreieck mit den Innenwinkeln 30°, 60° und 90°.
Deshalb nennt man es auch 30-60-90-Dreieck. |
Das Besondere an diesem Dreieck ist, dass die Innenwinkel im Verhältnis
1:2:3 stehen.
Wenn auf dieser Seite von einem Dreieck die Rede
ist, dann ist es meist das 30-60-90-Dreieck.
Größen des Dreiecks
top
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Ist die Hypotenuse des Ausgangsdreiecks gleich c, so sind die
Katheten b=(1/2)c und a=(1/2)sqr(3)c. Für das Seitenverhältnis
gilt a:b:c = sqrt(3):1:2.
Der Flächeninhalt ist A=(1/2)ab=(1/8)sqr(3)c².
Der Umfang ist U= a+b+c = (1/2)[(3+sqr(3)]c. |
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Da das 30-60-90-Dreieck rechtwinklig ist, gibt es nur eine Höhe
h, die anderen Höhen fallen mit den Katheten zusammen. Die Höhe
teilt die Hypotenuse c in die Hypotenusenabschnitte p und q.
Es gilt h=(1/4)sqr(3)c [folgt aus den Flächenformeln (1/2)ab=(1/2)ch]
und p=(3/4)c, q=(1/4)c [folgt aus dem Kathetensatz
pc=b² bzw. qc=a²]. |
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Wie jedes Dreieck hat das 30-60-90-Dreieck einen Umkreis und einen
Inkreis.
Der halbe Umkreis ist der Kreis des Thales mit dem Radius R=c/2.
Der Radius des Inkreises ist r=(1/4)[3 - sqr(3)]c. |
Rechnung zum Radius r
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Man betrachte das blaue Dreieck. Es gilt tan(30°) = r/(a-r). Setzt
man tan(30°)=1/sqr(3) und a=c/2, so ergibt sich nach einigen Umformungen
r = (1/4)[3 - sqr(3)]c. |
Quadrate im Dreieck top
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Man kann ein Quadrat auf zweierlei Weise in ein 30-60-90-Dreieck legen.
Sind die Quadrate gleich groß? |
Lösung
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Zur Lösung legt man das Dreieck in ein Koordinatensystem und betrachtet
die Geraden g1 und g2. Die Gerade g1 :y=-(b/a)*x+b
enthält die Hypotenuse, die Gerade g2 : y=x ist die 1.Winkelhalbierende
und enthält zwei Ecken des Quadrates.
Für den Schnittpunkt der beiden Geraden gilt x = -b/a*x+b oder
x=ab/(a+b). |
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Nach dem 2.Strahlensatz (leicht abgewandelt) gilt h:c = (h-x):x. Daraus
folgt x=hc/(h+c) |
Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Die halben Quadratseiten sind in beiden
Fällen ein harmonisches Mittel, einmal das von Höhe und Hypotenuse,
zum anderen das der beiden Katheten.
Die Aussagen gelten übrigens für beliebige rechtwinklige
Dreiecke.
Setzt man die Größen des 30-60-90-Dreiecks
ein, so ergibt sich
im ersten Falle x=(1/4)[3-sqr(3)]c (ungefähr 0,32c),
im zweiten Fall x=(1/13)[4sqr(3)-3]c (ungefähr 0,30c).
Figuren aus 30-60-90-Dreiecken
top
Quadrate, gleichseitige Dreiecke oder gleichschenklig-rechtwinklige
Dreiecke kann man so aneinanderlegen, dass neue Figuren entstehen. Sie
heißen dann Polyominos (Pentominos oder
Hexominos),
Polyiamonds
oder Polybolos. Natürlich kann man auch
aus 30-60-90-Dreiecken neue Figuren bilden.
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Man kann zwei Dreiecke schon auf sechs verschiedene Arten zusammensetzen.
Als Puzzlestücke sind sie nicht gut geeignet, weil alle Strecken voneinander
verschieden sind. |
Die Frage ist: Wie viele Figuren kann man aus drei (vier, ...) Dreiecken
legen?
Allerdings: Diese Figuren kommen beim Eternity-Spiel vor und heißen
Polydrafter (Siehe Linkliste).
Figuren aus sechs Dreiecken
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Zeichnet man in ein gleichseitiges Dreieck alle Höhen ein, so
entstehen sechs 30-60-90-Dreiecke. Man kann sie als Tangram-Steine benutzen.
(1) |
Eine Figur aus acht Dreiecken
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Zeichnet man in ein Rechteck die Diagonalen und die Mittellinien, so
entstehen acht rechtwinklige Dreiecke.
Die Figur entspricht der englischen Nationalflagge. Im allgemeinen
sind die Dreiecke keine 30-60-90-Dreiecke. Nur wenn die Fahne das Format
sqr(3):1 hat, gilt dieses. |
Zum Vergleich: Das Din-Format hat das Seitenverhältnis sqr(2):1.
Spirale
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Sechs Geraden treffen sich in einem Punkt und bilden 12 Winkel der
Größe 30°.
Gibt man die vertikale Strecke der Länge a vor und führt
sie in den Winkelräumen fort, indem man eine Senkrechte zur nächsten
Halbgeraden zeichnet, so entsteht eine Folge von immer kleiner werdenden
30-60-90-Dreiecken. Die kürzeren Katheten bilden eine Spirale (rot).
Welchem Grenzwert nähert sich die Länge der Spirale, wenn
a gegeben ist? |
Lösung
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Gegeben sei a.
Die Folge der Hypotenusen b1, b2, b3,
b4,... bilden eine geometrische Folge.
b1=2a
b2 = [(1/2)sqr(3)](2a)
b3 = [(1/2)sqr(3)]b2 = [(1/2)sqr(3)]²(2a)
b4 = [(1/2)sqr(3)]b3 = [(1/2)sqr(3)]³(2a)
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Für die kürzeren Katheten, die die Spirale bilden, gilt:
a1 =a
a2 = (1/2)b2 = [(1/2)sqr(3)]a
a3 = (1/2)b3 = [(1/2)sqr(3)]²a
a4 = (1/2)b4 = [(1/2)sqr(3)]³a
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Das ist eine geometrische Folge. Die zugehörige Reihe hat den
Grenzwert 1/(1-q) = [4+2sqr(3)]a
(ungefähr 7.46a).
Noch zwei Figuren
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Dreiecke in einem 30-60-90-Dreieck
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Ein Stern aus neun Dreiecken
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Zwei Kegel top
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Es entstehen zwei Kegel, wenn das Dreieck je um eine der beiden Katheten
rotiert.
V(a) sei das Volumen bei Rotation um a, V(b) um b.
Die Volumina der beiden Kegel stehen im Verhältnis V(b):V(a) =
sqr(3):1. |
Das Dreieck kann sich auch um die Hypotenuse
drehen. Dann entsteht ein Doppelkegel mit V(q):V(p)=3:1.
Eternity Puzzle top
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Bekannt sind Puzzles, bei denen man aus einzelnen Stücken ein
rechteckiges Bild zusammensetzen soll.
In diesem Falle gibt es 24 Stücke. |
Im Juni 1999 brachte die britische Firma Racing Champions Ltd das sogenannte
Eternity Puzzle auf den Markt. Erfinder war Christopher Monckton. Nach
(2) wurde das Puzzle mehr 250 000 mal verkauft.
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Das Puzzle besteht aus 209 Teilen. Jedes Teil besteht aus zwölf
30-60-90-Dreiecken.
Mit diesen Teilen soll ein fast regelmäßiges Zwölfeck
ausgelegt werden.
Ist a die Länge der Seite und h die Höhe des gleichseitigen
Dreiecks, so hat das Zwölfeck abwechselnd die Seiten 7a und 8h. |
Im Mai 2000 lösten zwei Mathematiker aus Cambridge das Puzzle zuerst
- mit Computerhilfe.
Mehr findet man über meine Linkliste.
30-60-90-Dreieck im Internet
top
Englisch
Eric W. Weisstein (MathWorld)
30-60-90
Triangle, Eternity,
Polydrafter
Ed Pegg Jr. (Math Puzzles)
THE ETERNITY PUZZLE
John Page
30°- 60°-
90° Triangle
Lawrence Spector (TheMathPage)
THE
30°-60°-90° TRIANGLE
Stewart T. Coffin
The Puzzling
World of Polyhedral Dissections
Wikipedia
Eternity puzzle
Referenzen top
(1) Karl-Heinz Koch: ...lege Spiele, Köln 1987 (ISBN 3-7701-2097-3)
(2) Ingo Althöfer: Eine Million britische Pfund für zwei
Mathematiker, Magazin Omega, Spektrum Spezial 4/2003
Feedback: Emailadresse auf meiner Hauptseite
URL meiner
Homepage:
http://www.mathematische-basteleien.de/
©
2003 Jürgen Köller
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