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Was ist der Würfel? top
Der Würfel ist ein von sechs gleichen Quadraten
begrenzter mathematischer Körper.
Er heißt auch Kubus, Hexaeder oder Sechsflach.
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Der Würfel hat 12 gleich lange Kanten.
Drei Kanten treffen sich in einer Ecke und stehen
paarweise aufeinander senkrecht.
Die Länge einer Kante sei a. Dann gilt:
Der Würfel hat 12 Flächendiagonalen
der Länge d'=a*sqr(2).
Der Würfel hat 4 Raumdiagonalen der Länge
d=a*sqr(3).
Das Volumen beträgt V=a³, die Oberfläche
O=6*a².
Die Umkugel hat den Radius R=a*sqr(3)/2, die Inkugel den Radius
r=a/2. |
Im täglichen Sprachgebrauch ist der Würfel meist der Spielwürfel.
In den achtziger Jahren war der Zauberwürfel (Rubik's cube) so
populär, dass er einfach "der Würfel" hieß.
Ansichten eines Würfels
top
Schrägbild
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Wenn man Schüler bittet das Schrägbild eines Würfels
zu zeichnen und vorher darauf hinweist, dass beim Würfel alle Seiten
gleich lang sind, entsteht bei einigen die nebenstehende Zeichnung.
Man hat aber nicht den Eindruck, dass es sich hier um die Darstellung
eines Würfels handelt. Es ist eher eine quadratische Säule. Die
schrägen Linien müssen offenbar verkürzt werden. |
Es stellt sich die Frage, wie stark verkürzt
werden muss, um ein anschauliches Bild zu erreichen. Stellt man die folgenden
vier Schrägbilder zur Auswahl, bei denen in der Zeichnung der Abstand
der beiden rechten vertikal liegenden Kanten 2, 3, 4 und 5 Längeneinheiten
ist, so tippen die meisten auf Bild 3 als bestes Bild eines Würfels.
Man misst nach, dass die schräge Strecke des Körpers 3 etwa halb
so groß wie die wahre Länge der Kante ist. So gelangt man zum
üblichen Verkürzungsfaktor k=1/2.
Der Verkürzungsfaktor hängt davon ab, wie schräg die
Kanten liegen. Die folgenden drei Festsetzungen ergeben brauchbare Bilder
eines Würfels.

Die mathematische Grundlage ist die schräge Parallelprojektion,
bei der je nach Beleuchtung alle Winkel und Verkürzungsfaktoren möglich
sind. Man entscheidet sich für einfache Winkel und einfache Verkürzungsfaktoren
(Buch S).
Es gilt der Satz von Pohlke (auch Hauptsatz der Axonometrie):
Jedes ebene, echt zweidimensionale ,,Dreibein" OABC kann als Parallelprojektion
eines räumlich-kartesischen Dreibeins O'A'B'C' erhalten werden. (Quelle:
http://www.math-inf.uni-greifswald.de/mathematik+kunst/themen.html)
Weitere Schrägbilder
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Die nebenstehende Zeichnung mit gleich langen Kanten war als Schrägbild
eigentlich nicht zu gebrauchen. Die Bildwirkung ist nicht gut. Trotzdem
wird sie verwendet. Sie hat nämlich den Vorteil, dass man Strecken
in Richtung der Kanten ohne Umrechnung übernehmen kann. - Die "isometrische
Kavaliersperspektive" (statt 45° nimmt man 30°) ist nicht so verzerrt
und wird deshalb bevorzugt. |
Zentralprojektion
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Man stelle sich das Kantenmodell eines Würfels vor.
Durchstrahlt man es mit Licht, das von einer punktförmigen Lichtquelle
ausgeht, so kann in der Projektion das nebenstehende Bild eines Würfels
entstehen. |
Netze eines Würfels
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Man denke sich einen Würfel aus Papier und schneide ihn an den
Kanten auf: Es entstehen Netze eines Würfels. - Es gibt 11 verschiedene
Netze. |
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Stereogramm
Mit dem 3-D-Blick sieht man den Würfel dreidimensional. (Mehr
auf meiner Seite Stereogramm)

Schattenrisse eines rotierenden
Würfels
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Das Deutsche Museum in München beherbergt seit einigen Jahren
"das Mathematische Kabinett". Ein schönes Ausstellungsstück ist
ein sich drehendes Kantenmodell des Würfels, das parallel durchstrahlt
wird und das auf einer Leinwand der Reihe nach die nebenstehenden einfachen
Figuren (Quadrat auf der Spitze, Hexagon mit Diagonalen und Rechteck mit
einer Mittellinie) erzeugt.
Man glaubt nicht, dass diese Figuren vom Würfel stammen und muss
schon zweimal hinsehen. Das Kantenmodell ist so ausgerichtet, dass zwei
gegenüberliegende Kanten übereinanderliegen. Durch sie verläuft
die innen unterbrochene Drehachse (hier rot). |
Bau eines Würfels top
Flächenmodell
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Dieses ist die übliche Art einen Würfel zu bauen.
Man zeichnet ein Netz und versieht gewisse Ränder mit Klebestreifen.
Die Streifen werden abgeknickt und innen auf die gepunkteten Felder
gleicher Farbe geklebt. Der Würfel wird zuletzt mit dem Deckel rechts
geschlossen. |
Kantenmodelle
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Würfel aus Stäben
zu bauen.
>Man kratzt von Streichhölzern die Köpfe ab und verbindet
die Streichhölzer mit Zweikomponentenkleber.
>Man verwendet Zahnstocher oder Schaschlikstäbe und verbindet
sie mit Kügelchen aus Kitt oder Knetgummi.
>Man kneift mit einer Zange gleich lange gerade Drähte ab
und lötet die Enden zusammen, so dass ein Würfel entsteht. Es
empfiehlt sich, die drei Drahtenden, die eine Ecke bilden sollen, vor dem
Löten auszurichten und sich berühren zu lassen. Das schafft man
z.B. mit der "helfenden Hand", die aus zwei Krokodilklemmen besteht, und
mit einer wahren Hand.
>Man schneidet Trinkhalme in gleich lange Stücke und verbindet
sie mit Dreibeinen aus Blumendraht oder dem Draht einer Büroklammer.
Genauer: Es gibt Bausätze für mathematische Körper,
die 12 Trinkhalme und 8 Dreibeine aus Plastik für den Bau eines Würfels
verwenden (Unten wurde ein Dreibein aus einer Ecke herausgenommen, rot).
Diese Dreibeine kann man aus einem Stück Draht selbst herstellen (unten,
dunkelgrün). Man biegt ihn doppelt in 6 Teilabschnitte. In den Spitzen
liegen Biegungen, die beiden Enden des Drahtes stoßen in der Mitte
zusammen.
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Es gibt ein pfiffiges Modespielzeug, das seit einigen Monaten in vielen
Spielzeugläden auf den Ladentischen ausliegt. Stabmagnete bilden die
Kanten, Stahlkugeln die Verbindungsstücke.
Der Bausatz für einen Würfel kostet 14€ (Frühjahr
2002). Es ist anzunehmen, dass er billiger werden wird, sobald er von den
Ladentischen in die Regale wandern wird ;-). |
Symmetrien eines Würfels
top
Der Mittelpunkt des Würfels ist das Symmetriezentrum.
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Der Würfel hat neun Symmetrieebenen.
Drei Ebenen liegen parallel zu den Seitenflächen und gehen durch
die Mitte (Bild).
Sechs Ebenen gehen durch gegenüberliegende Kanten und zwei Raumdiagonalen.
Sie zerschneiden den Würfel in Prismen. |
Man kann 13 Drehachsen finden. Dreht man um eine
dieser Achsen, so geht er in sich selbst über und zeigt neue Ansichten.
Das folgende Bild illustriert diesen Sachverhalt. Die Zahlen unter
den Würfeln geben die Anzahl der Drehungen an.
Innenansichten eines Würfels
top
Alle Flächendiagonalen
des Würfels
Alle Raumdiagonalen
des Würfels
Abgestumpfter Würfel
Stumpfe den Würfel an den Ecken ab. Eine Kante wird dazu gedrittelt.
Es entsteht ein Körper mit 6 Achtecken und
8 gleichseitigen Dreiecken.
Teilt man die Würfelkanten im Verhältnis
sqrt(2):2:sqrt(2), so hat der abgestumpfter
Würfel gleiche Kanten.
Er gehört dann zu den archimedischen Körpern.
Kuboktaeder
Stumpfe den Würfel an den Ecken stärker ab. Eine Kante wird
dazu halbiert.
Es entsteht ein Körper mit 6 Quadraten und
8 gleichseitigen Dreiecken.
Auch das Kuboktaeder
gehört zu den archimedischen Körpern.
Das Tetraeder im Würfel
Zeichne bestimmte Flächendiagonalen ein. Es entsteht ein Tetraeder.
Das Oktaeder im Würfel
Verbinde die Mittelpunkte der Seitenquadrate eines Würfels. Es
entsteht ein Oktaeder.
Weiter: Verbindet man die Mittelpunkte der Seitenflächen eines
Oktaeders, so entsteht wieder ein Würfel.
Würfel und Oktaeder sind duale Körper.
Drei Pyramiden gleichen
Volumens im Würfel

Das größte Quadrat
im Würfel
Das rote Quadrat ist das größte Quadrat, das in einen Würfel
passt.
Die Eckpunkte des Quadrates teilen die Kanten im Verhältnis 1:3.
(Buch G)
Der Würfel im
Würfel
Der rote Würfel ist der kleinste Würfel, der alle Seitenflächen
des schwarzen Würfels berührt.
Die Eckpunkte oben rechts und unten links liegen auf der Raumdiagonalen
des schwarzen Würfels und teilen sie im Verhältnis 1:3:1. Die
anderen Eckpunkte liegen auf Flächendiagonalen und teilen diese im
Verhältnis 2:5 bzw.5:2.
Die Raumdiagonale des roten Würfels liegt auf der des schwarzen
Würfels. Der rote Würfel ist um 60° gedreht.
Ist a die Kante des schwarzen Würfels, so hat der rote Würfel
die Kante 0,6a (Webseite E).
Das Hexagon im Würfel
Verbinde gewisse Kantenmitten. Es entsteht der Schnitt durch einen Würfel.
Schnittlinie ist ein Hexagon der Kantenlänge 1/2*sqr(2)*a, wenn
a die Kante des Würfels ist.
Ein räumliches gleichseitiges
Sechseck
Delisches Problem
(Problem der Würfelverdoppelung) top
Der Sage nach sollten die Griechen nach einer
Antwort des Orakels auf Delos von der Pest befreit werden, wenn sie
den würfelförmigen Altar des Apollo doppelt so groß machten.
(Dieses ist eine Version der Geschichte.)
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Das Problem der Würfelverdoppelung führt
mit dem Ansatz 2a³=x³ zur Lösung x=a*2^(1/3). Für die
Griechen galt dies nicht als Lösung, denn die Strecke x musste nur
mit Zirkel und Lineal aus der Strecke a ermittelt werden. Man weiß
heute, dass diese Aufgabe unlösbar ist, denn nur Terme mit Quadratwurzeln
sind konstruierbar. Kreise und Geraden führen nämlich zu linearen
und quadratischen Gleichungen, zu denen x³=2a³ nicht gehört. |
Auch zwei andere Probleme sind aus im Prinzip gleichen
Gründen unlösbar: Die Verwandlung des Kreises in ein flächengleiches
Quadrat ("Quadratur des Kreises") und die Teilung eines beliebigen Winkels
in drei gleiche Teile ("Dreiteilung eines Winkels").
Polykuben top
Man kann Polykuben bilden, indem man Würfel an einer oder mehreren
Quadratflächen zusammenfügt.
Die Zahlen geben die Anzahl der jeweiligen Würfelkörper einer
Sorte an. (Webseite K).
Es gibt zahlreiche Puzzles auf der Basis der Polykuben.
Hier ist meine "Hitliste":
Sie werden an anderer Stelle dieser Homepage beschrieben. Es handelt
sich um 1 Somawürfel, 2 Mac
Mahons Farbwürfel, 3 Zauberwürfel
(Rubik's cube), 4 Happy Cube und 5 Origami-Würfel.
Weitere Würfelseiten behandeln Tetrawürfel,
Hexominos,
Schlangenwürfel,
Magischer
Würfel, Wunderwürfel (und
Spielwürfel).
Hyperkubus (vierdimensionaler Würfel)
top
Er wird auf meiner Webseite Hyperkubus beschrieben.
Optische Täuschungen
mit Würfeln top
Wenn man so will, ist jede Darstellung eines
Würfels in der Ebene eine optische Täuschung. Man glaubt, den
dreidimensionalen Würfel zu sehen, obwohl die Zeichenebene zweidimensional
ist.
Bekannte Sinnestäuschungen mit Würfeln
sind die "Kippfiguren", auf die ich mich beschränke.
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Beim Neckerwürfel wird ein Würfel in zwei Perspektiven gezeigt
(links).
Man schaltet von einer Ansicht in die andere um. Eine Ecke ist mal hinten
und mal vorne. Man kann immer nur eine Ansicht wahrnehmen. |
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Bei den folgenden Bildern stellen sich die Fragen:
Rechts oder links? Von unten oder von oben? Drei
oder fünf Würfel? Fünf oder drei Würfel?
Wie viele Würfel?
Die fünf Bilder oben sind doppeldeutig. Man sieht die Würfel
entweder von oben oder von unten.
Schaut man auf einen Turm oder in ein Loch?
Der Würfel als Bauwerk
top
Ein Gebäude in Würfelform ist nicht praktisch. Vielleicht
haben gerade deshalb Architekten und Künstler den Würfel als
Herausforderung angenommen, um kreativ zu werden. Die Ergebnisse
sind viele originelle Schaubauten und Skulpturen in aller Welt.
Hier ein kleiner Rückblick auf die denkwürdige Expo 2000
in Hannover.
1 Der T-Digit der Deutschen Telekom bildete ein Zentrum des Ausstellungsgeländes.
Von einer breiten Schautreppe aus konnte man auf eine Projektionsfläche
herabsehen, wo (sogar im Sonnenschein) ein beeindruckend helles Fernsehbild
(hier der Tennisplatz zum French Open in Paris) zu sehen war.
2 Der Ausstellungsblock des mexikanischen Pavillons bildete einen
Würfel, der weithin sichtbar war.
3 Unvergessen ist der isländische Kubus: Er war in dunkelblau
gehalten und über ihm lag ein Wasserfilm. Innen stand ein rundes Wasserbecken,
dessen Oberfläche als Projektionsfläche für einen Film über
Island aus der Vogelperspektive diente. Am Ende der Vorführung schoss
ein (künstlicher) Geysir in die Höhe.
4 Ich habe vergessen den norwegischen Würfelbau mit dem
Wasserfall zu fotografieren :-(.
... ... |
Deshalb begnüge ich mich mit dem Bild eines Modells, das schon
vor der Expo-Eröffnung im Internet stand (Ganz so mächtig ist
der Wasserfall dann nicht geworden.).
Nach einer leichten Dusche gelangte man in den "Raum der Stille". Man
konnte etliche Minuten lang auf dem harten Fußboden sitzen und sich
den Naturdarstellungen auf allen sechs Innenwänden hingeben. Ab und
zu kullerten (nur akustisch angedeutet) Steine den Fels hinunter. Sprechen
war nicht erwünscht. Meine Frau ... (Zensur!) |
Der Würfel
im Internet top
Deutsch
H. B. Meyer (Polyeder aus Flechtstreifen)
Hexaeder,
Würfel (spezial)
Richard Mischak
Würfelspiele
Wikipedia
Würfel
(Geometrie), Platonischer
Körper, Delisches
Problem, Expo
2000
Englisch
David Eppstein (Geometry Junkyard)
Box
in a Box
Eric Weisstein (MathWorld)
Cube,
Prince Rupert's
Cube
H. B. Meyer (Polyeder aus Flechtstreifen)
Cube,
Cube (special)
Henry Bottomley
Circumnavigating
a cube and a tetrahedron
Jim Loy
Regular
Solids
Wikipedia
Cube,
Platonic solid,
Doubling the cube,
Expo 2000
Referenzen top
(G) Martin Gardner: Mathematischer Karneval, Ullstein Berlin 1977 (Seite
61)
(S) Hans Simon, Kurt Stahl: Mathematik, Formeln und Gesetze, Leipzig
1979 (Seite 471ff.)
(K) Michael Keller (früher: http://members.aol.com/wgreview/polyenum.html)
(E) David Eppstein (http://www.ics.uci.edu/~eppstein/junkyard/box-in-box.html)
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Diese
Seite ist auch in Englisch vorhanden.
URL meiner
Homepage:
http://www.mathematische-basteleien.de/
©
2002 Jürgen Köller
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